Persönlichkeit

Kenne deinen Feind? LIEBE deinen Feind!

Feind

Du wirst in deinem Leben immer wieder Menschen begegnen, mit denen du nicht zurecht kommst. Menschen, die du nicht magst, und Menschen, die dich nicht mögen. Sei es auf der Arbeit, auf einer Feier, im Hobby-Verein oder einfach draußen auf der Straße: du kannst es nicht jedem Recht machen. Sollst du auch gar nicht, aber das ist eine andere Geschichte. Es gibt aber auch noch die schlimmere Sorte: Feinde, die dir böses wollen. Und zwar aktiv. Und heutzutage reicht es einfach nicht, deinen Feind nur zu kennen..

Liebe deinen Feind – der persönliche Feind

Ehrlich gesagt hat es noch nie gereicht, seinen Feind nur zu kennen. Doch gerade in der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, dass wir das erkennen. Ein Feind, was ist das überhaupt? Auf Google finde ich folgende Definition:

jmd., der gegen jmdn. eingestellt ist und diese Person aktiv bekämpft.

Ein Feind kann jemand sein, der dich bösartig mobbt z.B. auf der Arbeit oder in der Schule. Es kann jemand sein, der deine Lebenseinstellung nicht akzeptiert und mit harten Maßnahmen dagegen vorgeht. Jemand, der dich im realen oder auch im virtuellen Leben, dem Internet, beleidigt, beschuldigt und schikaniert.

Liebe deinen Feind – der unpersönliche Feind

Eine andere Art von Feind ist der, der nicht persönlich dich meint, du aber ein kleiner Teil vom großen Ganzen bist. Dazu zählen dann wohl Terroristen aber auch Menschen, die du als Feind sehen magst, sie aber eigentlich nichts gegen dich haben. Es ist ihr Verhalten, das du nicht akzeptieren kannst. Mit solch einer Person hatte ich es in meinem Portugal-Urlaub im Sommer zu tun.

Liebe deinen Feind – Storytime

Es war ein herrlicher Tag. Die Sonne empfing uns strahlend am Morgen und bei 30 °C im Schatten entschieden wir uns für einen relaxten Strandtag. Gesagt, getan. Wir düsten zum Strand und fläzten uns auf die sandfreien Liegen, die wir für ein paar Euro mieteten und ließen uns von der Sonne wärmen. Nach mehreren Abkühlungen im salzigen Ozean entscheiden wir uns gegen 17 Uhr den Heimweg anzutreten. Nach einer ca. 10 minütigen Autofahrt entdeckten wir eine riesige Rauchwolke am Horizont und wunderten uns. „Seltsam, kommt das von einer Fabrik? Das war doch die letzten Tage noch nicht da.“ Noch seltsamer war, dass zwei weitere, aber bedeutend kleinere Rauchwolken nicht weit davon zu sehen waren. Naja, was soll’s. Wir fuhren weiter und machten uns keine Gedanken, bis uns klar wurde, dass diese Rauchschwaden aus der Richtung kamen, in die wir mussten. Aus dem Hinterland. Dort, wo unser Haus stand.

Die erste, wirklich beängstigende Rauchwolke lag direkt auf unserem Weg. Wir fuhren dran vorbei und dachten nur „Ach du Schande!“ Ohne zu übertreiben: so etwas hatte ich noch nie gesehen. Wir fuhren weiter, näherten uns dem Berg, der uns Richtung Heimat führte. Vor uns kein Auto, hinter uns kein Auto. Die gesamte Zeit. Komisch, da sonst immer jemand in Sichtweite war. Dafür kamen uns umso mehr Autos entgegen, die den Berg verließen. Einer betätigte die Lichthupe und so langsam wurde uns ein wenig mulmig zu Mute. 20 Meter weiter betankte gerade ein Feuerwehrmann sein Auto mit Wasser und als wir um die nächste Ecke bogen, sahen wir das zweite Feuer, direkt am Straßenrand. Beladene Feuerwehrautos und ca. 30 Polizisten versuchten die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Waldbrände sind in Portugal aufgrund der Trockenheit leider keine Seltenheit und so wussten die Arbeiter, was sie zu tun hatten.

Wir fuhren weiter, noch ca. 5 Kilometer und bogen dann auf unseren Berg ab. Auf dem Nachbarberg, dem Foia, wo wir ein paar Tage zuvor noch unser Shooting abgehalten hatten, befand sich der dritte Rauchschwaden. Der kleinste von den dreien. Mittlerweile war es ca. 18 Uhr. Ich informierte meinen Bruder, der gerade einen Freund an der Küste besuchte, und dann widmeten wir uns unserer restlichen Abendplanung: wir kochten, aßen mit grandioser Aussicht und machten es uns schließlich vorm Fernseher gemütlich. Gegen 21 Uhr kam mein Bruder zur Tür herein. Eigentlich ein lockerer, unbesorgter Typ. Doch seine Miene verriet uns, das etwas nicht in Ordnung war. „Mädels, das Feuer macht mir ja schon ein wenig Sorgen..“ Das Feuer? Am Straßenrand? Das war doch schon so gut wie gelöscht? Doch das meinte er gar nicht. Er sprach von dem winzigen Rauchschwaden auf dem Nachbarberg. Als wir mit dem Auto von unserem Grundstück fuhren um zu sehen, was er meinte, erstarrten wir in eine regelrechte Schockstarre. Der kleine Rauchschwaden hatte sich mittlerweile zu einem Waldbrand entwickelt. Einem mächtigen Waldbrand, der den halben Nachbarberg in Flammen setzte. Der Foia ist der höchste Berg der Algarve, es handelte sich nicht nur um ein paar Funken.

Waldbrand

Waldbrand

Wir fuhren, wie viele andere besorgte Portugiesen, hoch zur Flammenwand. Die Feuerwehr versuchte das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, doch es mussten erst 4 Raupen zur Verstärkung gebracht werden, damit das Feuer sich nicht noch weiter ausbreitete. Nunja, als wir zwei Tage später nach Hause flogen, brannte es noch immer. Doch wir fragten uns die ganze Zeit, wie das möglich war. Klar, es war sehr trocken und es kommt oft zu Waldbränden in Portugal, doch gleich drei auf einmal? Eine Freundin der Familie wohnte auf dem Berg und musste evakuiert werden. Mit ihr noch viele weitere Portugiesen, die hart arbeiten mussten, um ein Dach über dem Kopf zu haben und nun um ihre Existenz bangten.

Noch am selben Abend erfuhren wir, dass es Brandstiftung war. Dass jemand absichtlich Feuer gelegt hatte, welches nicht nur eine riesige Fläche Wald abbrannte und einer Menge Leute unnötige, gefährliche Arbeit bereitete, sondern auch unzählige Menschen Existenzängste bereitete.

Liebe deinen Feind – das richtige Denken

Wie du siehst, gibt es verschiedene Arten von Feinden und es kommen noch die Menschen hinzu, mit denen wir einfach nicht klar kommen. Die uns nicht aktiv bekämpfen, aber unterschwellig immer wieder kleine Sticheleien abfeuern. Vielleicht merken sie selbst nicht einmal, wie sie sich verhalten, doch bei mir führte es oft dazu, dass ich eine Abneigung diesen Menschen gegenüber entwickelte. Ich dachte dann „So ein Blödmann! Der kann mich mal!“ und noch viel schlimmeres. Wenn ich mich so umsehe, geht es der Mehrheit der Menschen so.

Doch unsere Welt ist schon mit so viel Hass bepflanzt worden, dass kein Platz mehr dafür ist. Noch mehr Hass wird diese Erde nicht vertragen. Ist es nicht endlich Zeit für ein bisschen Liebe? Jesus lehrte uns, nicht nur seine Freunde zu lieben, das könne ja jeder. Er forderte uns auf, unsere Feinde zu lieben. Diejenigen, die uns nicht zurück lieben. Und als er am Kreuz hing, zu Unrecht, verspottet und gedemütigt, da hat er seine Peiniger auch nicht gehasst. Im Gegenteil:

„Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Auch wenn du nicht religiös bist und mit der Bibel nichts anfangen kannst, musst du doch zugeben, dass dieser Welt ein bisschen mehr Liebe nicht schaden würde. Die vielen Schreckensnachrichten über Terroristen, Rechtsradikale und momentan auch Trump führen zu immer mehr Hass. Die Menschen stacheln sich gegenseitig an, motivieren sich in ihren hässlichen Gedanken und merken gar nicht, welche Auswirkungen das hat. Aber Hass mir Hass zu bekämpfen wird nicht funktionieren. Hat es noch nie. Hass mit Liebe zu bekämpfen ist allerdings möglich.

Wie Liebe Hass besiegt

Wie Liebe Hass besiegt

Wenn jeder etwas Gutes tut, und sei es noch so klein, dann wird es jemand anderen inspirieren, ebenfalls etwas Gutes zu tun. Ich liebe diesen Gedanken! Habt ihr das Video gesehen, dass ich zu dem Thema kürzlich bei Facebook geteilt habe?

Mittlerweile habe ich auch Gefallen daran gefunden, „Feinden“ mit Liebe zu begegnen. Es ist ein langer Prozess und ich arbeite noch daran, doch statt mit negativen Gedanken oder Worten zu reagieren, nehme ich mir ein Beispiel an Jesus. „Liebt eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen.“ „Betet für alle, die euch schlecht behandeln.“ Mir sind diese Sätze vor nicht allzu langer Zeit so sehr ins Auge gesprungen, dass ich nicht daran „vorbei gehen“ konnte. Es ist eine Herausforderung, doch genau danach suche ich. Jeden Tag ein bisschen besser werden. Und ich finde das ist ein guter Anfang.

Wie ergeht es euch in solchen Momenten? Reagiert ihr schnell mit Gegen-Hass? Seid ihr bereit, diesen liebevollen Ansatz einmal auszuprobieren?

Liebe Grüße,
Maj-Britt