Persönlichkeit

Sich selbst lieben – das kannst du auch!

Sich selbst lieben

Erst kürzlich habe ich euch vorgeschwärmt, wie gerne ich Single bin und wie lange es gedauert hat, bis ich soweit war. Ich habe euch die Vorteile aufgezählt und all die positiven Dinge, die mit ihnen kamen. Doch was ich euch nicht verraten habe, ist, WIE ich dorthin gelangt bin. Wie ich anfangen konnte, die Dinge positiv zu sehen und es nicht mehr zu hassen, mit mir selbst alleine zu sein. Das Zauberwort: Selbstliebe

„Erst musst du mit dir selbst zufrieden sein, bevor du eine glückliche Beziehung eingehen kannst.“ Jaja, wir haben es schon tausend Mal gehört, mindestens! Und dennoch ist der Punkt sich selbst zu lieben der letzte, an dem wir nach einer Trennung ansetzen. Erst durchleben wir eine Lawine an Gefühlen. Wir weinen um unser gebrochenes Herz, ärgern uns über den, der uns das angetan hat und zweifeln schließlich an uns selbst. Doch auch ohne Trennung fällt es viel zu oft schwer, sich selbst zu lieben. Story of my life.

Sich selbst lieben – warum mir das so schwer fiel

Ich hatte in besagtem Post erwähnt, dass ich immer auf der Suche nach einem Partner war. Jeder Schritt, jede Begegnung war die reinste Jagd. Ich wollte jemanden, der mir das Glück ins Leben zaubert und mich vergessen lassen würde, was ich so lange Zeit gerne vergessen hätte. Mich. Meine Person. Meinen Charakter. Wie ich bin. Ich mochte mich nicht, genügte mir selbst nicht. Ich war unzufrieden. Mit meinem Aussehen, meinem Charakter, verglich mich ständig mit anderen und kam zu dem Schluss, dass ich einfach ungenügend bin.

Während meine Brüder, naja, eigentlich meine gesamte Familie mit Humor geboren zu sein schien, kam ich mir immer vor wie das schwarze Schaf. Statt schlagfertig zu reagieren, kamen aus meinem Mund nur dumme Bemerkungen, wo ich mich nur fragte: „Gehirn, wo bist du?“ Ich wusste auch nie, wie ich ein Gespräch anfangen oder Small Talk führen sollte. Gähnende Leere. Und dafür habe ich mich manchmal wirklich gehasst. Hinzu kam mein Aussehen, was ich besonders kritisch begutachtete..

Sich selbst lieben – meiner persönlichen Hölle entkommen

Schon seit ich klein bin, trage ich eine Brille mit wirklich dicken Gläsern. Ohne meine Glasbausteine war ich quasi blind bzw. bin es noch immer. Und obwohl ich dafür nichts konnte, fühlte ich mich bei diesem Thema IMMER angegriffen. Die kleinste Bemerkung war wie ein Treffer ins Schwarze. Sie setzte sich fest und ließ mich nicht mehr los. Als ich dann vor Jahren anfing, Kontaktlinsen zu tragen, fühlte ich mich in meiner Haut um einiges wohler und ich ward nicht mehr mit Brille gesehen. Nur meine Familie wurde der Ehre zuteil, mich abends mit Brille zu sehen.

Letztes Jahr kam dann der Punkt, an dem ich die Linsen nicht mehr allzu gut vertrug. Sie scheuerten und das tragen wurde zur Qual. Doch mit Brille in die Öffentlichkeit gehen und dann auch noch ZUR ARBEIT? Wo mich die Menschen kennen? Bist du verrückt?! Das war tatsächlich das schlimmste, was ich mir vorstellen konnte. Glücklicherweise war ich Ende des Sommers an dem Punkt angelangt, wo ich einfach die Schnauze voll hatte von Männern, dem ewigen Gesuche und den vielen Enttäuschungen. Und mit einem Mal fiel es mir viel leichter, mich für meine Brille und gegen die Linsen zu entscheiden, denn ich musste ja niemandem gefallen. Nach zwei Wochen hatte ich mich daran gewöhnt, doch machte ich damit unbewusst einen Schritt zurück in Sachen Selbstliebe. Denn ich trug zwar keine Linsen mehr und akzeptierte die Brille, doch nur mit einem Hintergedanken: mit Brille will dich eh keiner. 

Du bist genug!

Du bist genug!

Ich hatte es nicht gemerkt, doch dieser Gedanke war bis vor ein paar Wochen noch in meinem Kopf verankert. Ich hatte das Gefühl, mit meiner Brille noch weniger zu genügen. Ich dachte, man würde mich nur auf dieses Gestell reduzieren. Erst vor kurzem gab es einen Wendepunkt. Ich weiß nicht genau, woher er kam. Vielleicht war es einfach eine Eingebung. Ich hatte nach Jahren wieder angefangen ein paar Stellen in der Bibel zu lesen. Und plötzlich war dieser Gedanke einfach da: „DU BIST GENUG!“ Und Halleluja, Leute, hab ich mich befreit gefühlt. Mir war plötzlich egal, dass mich Leute auf der Straße mit Brille sehen würden. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass meine Brille mich einschränkt. Ich war plötzlich so fröhlich, dass ich wildfremde Menschen auf der Straße anstrahlte und diese herzlich meine Freude reflektierten.

Sich selbst lieben – in kleinen Schritten zum Erfolg!

In den letzten Monate habe ich viele Fortschritte gemacht in Bezug darauf, mich selbst zu lieben. Es war ein langer Prozess der damit anfing, mich Stück für Stück zu nehmen, wie ich bin. Wie sollen es andere tun, wenn du es selbst nicht kannst? Ich habe akzeptiert, dass ich nicht mit dem gleichen Witz geboren bin wie andere. Ich habe akzeptiert, dass ich eher zu den Introvertierten zähle und manchmal nicht weiß, wie ich ein Gespräch anfange. Ich habe akzeptiert, dass ich nicht so toll tanzen kann wie andere oder beim Singen nicht immer die richtigen Töne treffe. Ich habe, langsam aber sicher, angefangen, mich selbst zu lieben, mit allem drum und dran. Statt meine Schwächen aufzublasen, habe ich mich auf meine Stärken konzentriert. Und auf die Dinge, die mir Spaß machen. Ich kann nicht perfekt singen? Egal, es macht mich fröhlich! Ich bin nicht die beste Tänzerin? Na und, ich fege trotzdem gern wie von der Tarantel gestochen über die Tanzfläche!

All diese Dinge machen mich zu dem Menschen, der ich bin. Und es hat zwar 22 Jahre gebraucht, doch ich fange an mich selbst zu lieben. Und ich merke, je mehr ich mich selbst akzeptiere, desto lieber bin ich auch mit mir alleine. Desto mehr genieße ich die Zeit allein und desto fröhlicher bin ich. Und das kannst du auch! Bestrafe dich nicht für deine Schwächen, sondern freu dich über deine Stärken! Vergleiche dich nicht mit anderen, denn du bist anders. Wir alle sind anders und das ist gut so. So wie du bist, bist du gut. Schreib es dir auf und erinnere dich daran, wenn du einen schlechten Tag hast. Denn so, wie du bist, bist du genug.

Habt ihr so eine Phase auch schon durchgemacht bzw. seid gerade mittendrin? Wie habt ihr es geschafft, euch selbst nicht mehr so kritisch gegenüber zu stehen und euch selbst zu akzeptieren?

Liebe Grüße,
Maj-Britt