Stress

Stress im Alltag: Warum zu viel Planung belastet!

Stress im Alltag

„Ich halte den Autoschlüssel in der einen Hand und eine detailgenaue Wegbeschreibung in der anderen. Um von A nach B zu gelangen, habe ich mir alle Autobahnausfahrten mit Nummer und Namen notiert, damit ich mich auch ja nicht verfahre. Bei meinem Orientierungssinn ist das leider gar nicht so unwahrscheinlich. Ich fahre auf die Autobahn, wechsle nach einiger Zeit auf eine andere und komme tatsächlich in Düsseldorf an. Wow, ich liebe Erfolgserlebnisse. Aber wie finde ich jetzt noch einen Parkplatz?! Ich wäre nicht ich, wenn ich mir diese Frage nicht bereits vor dem Beginn meiner „Reise“ gestellt und mir mögliche Parkplätze aufgeschrieben hätte. Ich meisterte den Weg mit links und manövrierte das Auto in eine überdimensionale Parklücke – läuft!“


Wann Planung mich entlastet

Oben beschriebene Situation kommt bei mir nicht selten vor. Nennt mich verrückt, aber ich steige niemals ins Auto, wenn ich nicht genauestens vorbereitet bin. Ich muss die Strecke auswendig kennen und exakt wissen, wo ich das Auto parken kann. Als überaus vorsichtiger Mensch macht es mich unglaublich nervös, solche Dinge dem Zufall zu überlassen. Diese Situation vorher zu planen reduziert meinen Stress im Alltag.

Auch den nächsten Tag und meine Woche plane ich gerne im Voraus. Jedoch nicht primär um Stress im Alltag zu vermeiden, sondern um produktiver zu sein. Wenn ich mir Ziele setze und diese aufschreibe, schaffe ich viel mehr. Ich weiß, was bis wann zu erledigen ist und halte mich daran, wenn es in meinem Kalender steht. Lebte ich einfach in den Tag hinein, würde ich für meine Pflichten mindestens doppelt solange brauchen! Eine gewisse Planung im Alltag ist also durchaus sinnvoll. Wobei ich zugebe, dass erstes Beispiel ein bisschen extrem ist. 😉


Warum zu viel Planung belastet

Neben dem sinnvollen Planen des Alltags oder gewisser Situationen, wie z.B. einer Hochzeit, gibt es aber auch das kontrollzwang-mäßige Überplanen. Viel zu oft erwische ich mich dabei, wie ich mir Gedanken über ungelegte Eier mache. Wie ich anfange Situationen zu planen, die einfach nicht zu planen sind. Seien es Gespräche (nein, ich bin nicht irre, nur gern vorbereitet), eine Präsentation oder meine Urlaubsplanung in weiter Ferne. Klar, gewisse Dinge sollten geplant sein, nur vielleicht nicht ein Jahr im Voraus bis ins letzte Detail. Zu diesem Zeitpunkt fehlen noch die meisten Informationen. Kennt ihr dieses Sprichwort?

Erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt.

Ich habe so viele Situationen geplant, wo mir relevante Informationen fehlten. Ich fing einfach an zu planen, weil ich dachte: „ohne Planung läuft das nicht“ und dieser Gedanke stresste mich. Letztendlich bereitete mir das frühzeitige Planen aber noch mehr Stress im Alltag, da hinzukam, dass sich meine Planung aufgrund neuer Informationen ständig anpassen musste. Unterm Strich habe ich dann nicht nur einmal geplant, sondern viele Male mit anderem Informationsgehalt. Und das ständige neu Planen stresste mich dann umso mehr.

Jetzt ist nicht jeder wie ich und fängt sofort an seine Präsentation durchzuplanen, obwohl sie erst in 6 Monaten fällig ist. Doch ich bin der Meinung, dass wir in unserem Alltag zu viel planen. Ist es nicht so, dass die schönsten Dinge sich spontan ereignen? Eigentlich war ein gemütlicher Abend auf der Couch geplant und plötzlich finden wir uns auf der geilsten Party des Planeten wieder! Oder wir planen unsere Reise von vorne bis hinten, treffen plötzlich einen Abenteurer, werfen unsere Pläne über Bord und haben die beste Zeit unseres Lebens.

Einfach mal treiben lassen

Fazit:

Planung ist durchaus sinnvoll in gewissen Bereichen des Lebens. Hat man einen neuen Job in einer anderen Stadt wird man ohne Planung nicht allzu weit kommen. Wer produktiv sein oder sich gesund ernähren möchte kommt um einen gewissen Grad an Planung nicht herum. Doch wir sollten uns öfter einfach mal treiben lassen. Einfach mal sehen, was für uns vorherbestimmt ist, welche tollen Möglichkeiten sich uns auftun, wenn wir sie dem Zufall überlassen. Einfach mal ganz verrückt sein und den Weg nicht zu 100% auswendig kennen und schauen, wo wir ankommen. Es sei denn wir haben ein Vorstellungsgespräch, dann definitiv den Weg zu 100% und mindestens 5 Parkmöglichkeiten kennen. 😉 Aber Spaß beiseite. Die schönsten Dinge im leben passieren ungeplant. Gebt euch die Chance, sie zu erleben!

Liebe Grüße,
Maj-Britt