Mut & Furcht, Persönlichkeit

Komfortzone verlassen: Von Ängsten und ersten Erfolgen! #1

Komfortzone verlassen

Erst vor Kurzem habe ich dir in meinem Beitrag über das Verlassen der Komfortzone gezeigt, welche Chancen es dir ermöglicht. Aber was bringt es, die Chancen aufzuzeigen und darüber zu schreiben, wenn man es nicht auch im echten Leben durchzieht? Um meinen Fortschritt später messen zu können und dir gleichzeitig Einblick in meine Erfahrungen zu gewähren, werde ich in regelmäßigen Abständen meine Erlebnisse veröffentlichen. Hier kommt der erste Bericht, denn es ist einiges passiert!

Komfortzone verlassen: Ängste & Anfangsschwierigkeiten

Ich mache kein Geheimnis darum, dass es Zeiten gab, in denen ich sehr unsicher war und teilweise noch bin. So habe ich immer erst das Schlechte erwartet, statt mich erstmal auf die Situationen einzulassen. Ich hatte große Angst! Angst vorm Versagen, davor mich lächerlich zu machen oder auch am Ende ganz alleine dazustehen. Glaub mir, in meinen Gedanken haben sich ganze Ereignisse abgespielt, die in Wirklichkeit nie passiert sind – und auch nicht werden! Aber hey, Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, denn mir war klar: meine Ängste haben unter anderem auch mit dem Schwelgen in der Komfortzone zu tun. Und so habe ich all meinen Mut zusammen genommen und sie verlassen!

Erst im September bin ich in den schönen Norden gezogen, um meinen ersten richtigen Job nach der Uni anzutreten. Aufregend, aber auch ganz schön verrückt für mich, denn so weit von Zuhause wegzuziehen sieht mir gar nicht ähnlich. Da ich anfangs immer zurückhaltend bin, wenn es um “fremde” Menschen geht, dauert es bei mir auch immer eine Weile, bevor ich Freunde finde. Und üblicherweise warte ich auch darauf, dass es einfach so passiert. Nie im Leben würde ich den ersten Schritt machen. Bisher.

Die perfekte Gelegenheit, um meine Komfortzone zu verlassen.

Also schrieb ich in einem mutigen Moment eine entfernte Arbeitskollegin per Facebook an – kleine Schritte zählen auch! – und wir waren uns gleich einig: man müsse “mal” etwas unternehmen. Doch natürlich erfordert dies einen weiteren Schritt, sofern man nicht direkt ein Datum festlegt. Taten wir nicht, und so schwebte dieses Treffen unausgesprochen im Raum. Sehr merkwürdige Situation, denn wir hatten zuvor noch nicht persönlich auf der Arbeit gesprochen und ihr kennt ja sicher den Moment, wenn man in Person dann nicht so recht weiß, was man sagen soll.

Da ich aber nicht schon an meinem ersten Versuch scheitern wollte – ich habe schließlich ein Ziel! – machte ich eine Woche später auch den zweiten Schritt und schwups befanden wir uns zusammen auf einem Shopping-Trip. Es endete darin, dass sich der anfangs missglückte Versuch zu einem schönen Tag entwickelte und schließlich doch noch als Erfolg abgeschrieben werden konnte – juhu! Das war nicht nur ein super Gefühl, weil die Mission geglückt war, sondern es nahm mir auch ein wenig meine Angst. Es zeigte mir, dass es gar nicht schwer sein muss mit neuen Leuten ins Gespräch zu kommen.

Komfortzone verlassen: In kleinen Schritten zum Erfolg

Komfortzone verlassen

Nach diesem kleinen Erfolgserlebnis wollte die eine Hälfte von mir mehr davon, die andere jedoch konnte es kaum erwarten, sich wieder in der Komfortzone zu verkriechen. Und dann stand plötzlich die Weihnachtsfeier meines Unternehmens vor der Tür. Obwohl 80% in mir schrien: “Neeeeein, geh niiiiiiiicht. Du kennst doch niemanden!” riefen die anderen 20%: “Na los, das ist die beste Chance, um deine Kollegen kennen zulernen. Das wird lustig!” Und da ich mir ja vorgenommen hatte, dieses Projekt durchzuziehen, fand ich mich zwei Tage später auf der Weihnachtsfeier wieder – inmitten von Menschen, mit denen ich zuvor kein Wort gewechselt hatte. Anfangs fragte ich mich noch, was zum Teufel ich mir dabei gedacht hatte, schließlich konzentrierte ich mich darauf, am Guten festzuhalten. Und das beinhaltete neben leckerem Essen und gutem Wein spannende und interessante Gespräche, mitreißende Musik und das Gefühl, dazu zu gehören. Und siehe da: es war ein toller Abend!

Dies hat mir gezeigt, dass meine Ängste völlig unbegründet sind. Es gibt mit Sicherheit viele Menschen, die sich alleine unter Fremden nicht wohl fühlen und die sich, wie ich, nicht unbedingt ohne Backup ins Getümmel schmeißen würden. Aber warum eigentlich nicht? Was uns davon abhält ist doch meist der Gedanke, alleine dazustehen ohne Verbündete, die uns beistehen. Doch wer hat je behauptet, es wäre schlimm niemanden zu kennen? Vielleicht ist es anfangs komisch, aber umso mehr Gelegenheiten entstehen, neue Geschichten zu hören und über Themen zu reden, über die wir sonst mit unseren Freunden möglicherweise nicht sprechen. Was ich von diesem Abend mitnehme ist die Erkenntnis, dass das Unbekannte genau so seine Vorzüge hat wie auch das Vertraute.

 

Komfortzone verlassen: Was ich in dieser Zeit gelernt habe

Erwarte Gutes und du wirst Gutes erleben!

Wenn ich an die letzten Tage und Wochen zurück denke, dann habe ich durch meine Erfahrungen definitiv ein bisschen dazu gelernt. Du erlebst, was du denkst und deine Einstellung bestimmt, wie du Situationen wahrnimmst. Manchmal muss man seine Zweifel und Ängste einfach beiseite legen und sich auf das Unbekannte einlassen. Denn wenn du deinen Geist öffnest und bereit für Neues bist, erkennst du plötzlich, wie wunderbar das Leben sein kann. Und dir wird klar, wie lächerlich deine Angst war. Denn ganz ehrlich: was ist das Schlimmste, was passieren kann? Dass du alleine da stehst oder dich jemand nicht mag. Na und? Davon geht die Welt nicht unter. Wahrscheinlich werde ich bei ähnlichen anstehenden Ereignissen erst mal schlucken müssen, um mich dann daran zu erinnern, was ich in der letzten Zeit alles gelernt habe. Aber ich bin zuversichtlich, dass es nur eine Frage der Gewohnheit ist. Je öfter man sich traut, desto normaler wird es und irgendwann ist es dann kein Überwindungsfaktor mehr!

Musst du dich auch manchmal oder sogar regelmäßig dazu überwinden, deine Komfortzone zu verlassen? Hast du schon eine Veränderung festgestellt, bist du zum Beispiel nicht mehr so ängstlich oder denkst du nicht mehr so viel über Ungeschehenes nach? Schreib es mir in die Kommentare!